Mimikresonanz in der Palliativpflege

Mimikresonanz in der Palliativpflege: Hospizakademie Annabrunn

Anfang Dezember 2025 durfte ich ein praxisnahes Seminar Mimikresonanz in der Palliativ-Care-Ausbildung für die Akademie Annabrunn leiten. Acht hochmotivierte Pflegekräfte, die spätestens nach Abschluss des Kurses im Hospiz und auf Palliativstationen arbeiten werden, vertieften ihr Verständnis für nonverbale Kommunikation und emotionale Intelligenz.[web:1]

Die Teilnehmerinnen: Motivation trifft Begeisterung

Acht Frauen zwischen 23 und grau- weißen Haaren – ein bunter, fröhlicher Haufen voller Leidenschaft für die Palliativpflege. Jede war aus Überzeugung in der Ausbildung und brachte echtes Herz für die Sterbebegleitung mit.[web:2]

Die Highlights: Mimikresonanz fasziniert alle

1. Emotionen x6 durch Überraschung

Die Teilnehmerinnen waren begeistert: Überraschung verstärkt nachfolgende Emotionen um das Sechsfache – ein Gamechanger für den Pflegealltag mit Angehörigen und Patienten.Es macht einen großen Unterschied, ob ich mich schäme, beim Verbandswechsel, wenn die Bettdecke hochgehoben werden muss, oder ob ich davon so überrascht bin, dass ich mich sechsfach schäme. [web:3]

2. Authentischer vs. hybristischer Stolz

Stellt ein Vater seinem Kind ein rotes, teures Cabriolet zum 18ten Geburtstag vor die Tür, kann das Kind stolz durch die Straßen des Dorfes fahren. Hat der Nachbarjunge seit drei Jahren jeden Samstag früh die Zeitung ausgetragen und seit 2 Jahren im Baumarkt Regale eingeräumt und sich dann zum 18ten Geburtstag ein kleines gebrauchtes Auto selbst gekauft, kann der auch stolz durch das Dorf fahren. Der erste ist hybristisch stolz, der zweite kann sehr stolz auf sich sein- authentisch stolz, weil er durch seinen großen Einsatz das Auto kaufen konnte.

So macht es auch einen großen Unterschied, was ich als Mutter, oder Bekannte daraufhin sage. Für die Teilnehmerinnen war es ein großer Aha-Moment zu erkennen: „Du kannst so stolz auf dich sein“ statt „Ich bin stolz auf dich“ fördert echte Selbstwirksamkeit – ein Satz, den alle direkt notierten für Beruf und Privatleben.[web:4]

3. 7 Basisemotionen praktisch trainiert

Katharina Rust vor digitaler Tafel
Workshopbild Annabrunn

Gemeinsam übten wir das Erkennen der sieben Basisemotionen und ihrer psychologischen Funktionen. Perfekt für empathische Hospizbegleitung! Wenn ich sehe, dass der aggressive, demenzkranke Mensch kurz vor dem Wutausbruch Angst im Gesicht hatte, kann ich anders reagieren, als wenn ich nur die Wut wahrnehme. Schmerz von Ärger oder Ekel unterscheiden zu können, ist gerade in der letzten Lebensphase nicht leicht. Genauer hinzusehen und bewusst den Fokus auf die kleinen Anzeichen zu lenken, kann helfen, dass die erschreckenden Studien, dass z.B. Demenzkranke zu wenig Schmerzmedikamente bekommen , in dem Wirkungsfeld der Teilnehmerinnen nicht zutreffen. [web:5]

Stolz und Vorfreude für die Zukunft

Ich wünsche den tollen Frauen der Hospizakademie Annabrunn viel Freude bei der restlichen Palliativ-Care-Ausbildung und drücke die Daumen für die Abschlussprüfung! Danke für euer Verständnis!

Ihr könnt so unfassbar stolz auf euch sein. (Klick dies an, dieses Lied ist für euch!)